Spätfolgen nach einer Bestrahlung im Kopf- oder Halsbereich zeigen sich oft erst Monate oder Jahre später. Dazu gehört auch die Radionekrose – eine Form von Gewebeschädigung, die häufig schwer einzuordnen ist.
Eine Radionekrose ist eine der schwerwiegendsten Spätfolgen nach Strahlentherapie. Sie entsteht, wenn bestrahltes Gewebe dauerhaft so stark geschädigt wird, dass es abstirbt – ohne ausreichende Durchblutung und Sauerstoffversorgung ist eine Regeneration nicht mehr möglich.
In unserem Ärzte-Zentrum für Hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT) in Aachen prüfen wir, ob eine HBO-Therapie bei Radionekrose für Sie geeignet ist. Die Behandlung adressiert gezielt die gestörte Sauerstoffversorgung und die fehlende Regenerationsfähigkeit strahlengeschädigten Gewebes – die pathophysiologische Grundlage jeder Radionekrose.
Diese positiven Effekte sind durch zahlreiche Studien belegt und machen die HBO-Therapie zu einer wertvollen Therapieansatz bei der Behandlung von Radionekrose.
Was ist eine Radionekrose?
Radionekrose im Gehirn – ein besonders häufiges und belastendes Krankheitsbild
Radionekrose und Spätfolgen im Kopf- und Halsbereich
Wie entsteht eine Radionekrose – der pathophysiologische Mechanismus
Wie wirkt die HBO-Therapie bei Radionekrose?
Wann ist eine HBO-Therapie bei Radionekrose die richtige Wahl?
Ihr Weg zur HBO-Behandlung bei Radionekrose in Aachen
Wissenschaftlich fundiert
Eine Radionekrose im Gehirn tritt häufig nach der Bestrahlung von Hirntumoren oder Metastasen auf. Sie zählt zu den klinisch besonders relevanten Spätfolgen, da selbst kleine Veränderungen im Gehirn spürbare Auswirkungen haben können.
Die Beschwerden hängen stark von der betroffenen Region ab und können denen eines Tumorrezidivs ähneln. Dazu gehören unter anderem neurologische Ausfälle, Kopfschmerzen, Krampfanfälle oder Veränderungen von Gedächtnis und Konzentration.
Eine besondere Herausforderung ist die Einordnung der Befunde: In der Bildgebung, insbesondere im MRT, lassen sich Radionekrose und Tumorwachstum oft nur schwer unterscheiden. Für die weitere Behandlung ist diese Unterscheidung jedoch entscheidend.
Strahlentherapien im Kopf- und Halsbereich sind bei vielen Tumorerkrankungen notwendig, können das umliegende Gewebe aber langfristig schädigen. Besonders betroffen sind Knochen, Schleimhäute und Weichteile, wenn sie hohen Strahlendosen ausgesetzt waren.
Typische Spätfolgen nach einer Bestrahlung im Kopf- und Halsbereich sind:
Diese Veränderungen entstehen durch denselben Mechanismus wie die Radionekrose im Gehirn: geschädigte Blutgefäße, verminderte Sauerstoffversorgung und eingeschränkte Regeneration.
Radionekrose entsteht nicht durch eine einmalige akute Schädigung, sondern als schleichender Prozess über Monate und Jahre. Ionisierende Strahlung schädigt die Endothelzellen der kleinen Blutgefäße (Kapillaren) im bestrahlten Gewebe. Die Folge ist eine progressive Verengung und schließlich der Verschluss dieser Gefäße. Ohne funktionierende Kapillaren erhält das Gewebe keinen ausreichenden Sauerstoff mehr. Der chronische Sauerstoffmangel (Hypoxie) verhindert jede Regeneration – Gewebsdefekte heilen nicht, Entzündungen persistieren, und das Gewebe beginnt abzusterben. Dieser Prozess ist selbstverstärkend: Hypoxie verstärkt die Gefäßschädigung, die wiederum die Hypoxie vertieft.
Genau hier setzt die HBO-Therapie bei Radionekrose an: Sie durchbricht diesen Kreislauf durch gezielte Verbesserung der Sauerstoffversorgung.
– Dr. med. Till Klein
Ärztliche Leitung, Spezialist für Hyperbare Sauerstofftherapie
Die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT) ist bei strahlenbedingten Gewebeschäden und Radionekrose eine wissenschaftlich anerkannte Behandlungsoption. Sie ist indiziert, wenn nach einer Strahlentherapie eine Radionekrose nachgewiesen oder begründet vermutet wird – unabhängig davon, ob Gehirn, Kopf oder Hals betroffen ist.
Bei der HBO-Therapie atmen Patientinnen und Patienten in einer medizinischen Druckkammer reinen Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck ein. Dadurch löst sich ein Vielfaches der normalen Sauerstoffmenge im Blutplasma und erreicht auch Gewebebereiche, die durch strahlenbedingte Gefäßschäden kaum noch durchblutet werden.
Das kann im geschädigten Gewebe folgende Effekte unterstützen:
Die Therapie setzt damit direkt an der Ursache der Radionekrose an: der verminderten Durchblutung und dem chronischen Sauerstoffmangel im Gewebe.
Eine individuelle Prüfung empfehlen wir allen Patientinnen und Patienten, bei denen nach einer Strahlentherapie der Verdacht auf eine Radionekrose besteht oder eine Radionekrose bereits diagnostiziert wurde.
Eine Vorstellung bei uns ist insbesondere dann empfehlenswert, wenn:
Unser Ärzteteam prüft, ob die Beschwerden und Befunde zu einer Radionekrose passen und ob eine HBO-Therapie sinnvoll in das bestehende Behandlungskonzept eingebunden werden kann.
Zu Beginn steht ein persönliches Gespräch. Wir erfassen Ihre Beschwerden, Ihre Krankengeschichte, bisherige Behandlungen und klären, ob ein Zusammenhang mit einer zurückliegenden Strahlentherapie besteht.
Vorhandene Bildgebung (MRT, PET), Arztberichte, Operationsberichte und relevante Vorbefunde fließen in die Beurteilung ein. So beurteilen wir zuverlässig, ob eine HBO-Therapie bei Radionekrose medizinisch angezeigt ist.
Bei bestätigter Indikation erstellen wir einen individuellen Behandlungsplan, der Ihre persönliche Situation, die Lokalisation der Radionekrose und die medizinische Ausgangslage berücksichtigt.
Während der gesamten Therapie werden Sie medizinisch eng begleitet. Die Behandlung erfolgt strukturiert und unter ärztlicher Verantwortung – gerade bei Radionekrose im Gehirn ist eine engmaschige Begleitung essenziell.
Ob und in welchem Umfang Kosten übernommen werden, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Im Rahmen der Beratung besprechen wir mit Ihnen, welche Möglichkeiten in Ihrer Situation bestehen und welche Unterlagen relevant sind.
Eine Radionekrose ist das strahlenbedingte Absterben von Gewebe nach Strahlentherapie. Ursache ist die dauerhafte Schädigung kleiner Blutgefäße durch ionisierende Strahlung, die zu chronischem Sauerstoffmangel und Gewebsuntergang führt. Sie ist kein Tumorrezidiv und keine Infektion.
Beide können im MRT ähnlich aussehen. Die Radionekrose ist jedoch kein Tumorrückfall, sondern eine Folge der Strahlentherapie selbst. Erweiterte Bildgebung (PET, Perfusions-MRT) oder eine Biopsie ermöglichen die Unterscheidung. Eine falsche Einordnung führt zu falscher Therapie – deshalb ist spezialisierte Diagnostik entscheidend.
Spätfolgen der Bestrahlung entwickeln sich typischerweise Monate bis Jahre nach Abschluss der Strahlentherapie. Gerade Radionekrosen entstehen häufig erst Monate bis mehrere Jahre nach der Behandlung.
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