Hyperbare Sauerstofftherapie zur gezielten Unterstützung der Regeneration des Innenohrs bei plötzlichem Hörverlust und Ohrgeräuschen.
Ein plötzlicher Hörverlust oder neu auftretender Tinnitus stellt für viele Betroffene eine erhebliche körperliche und emotionale Belastung dar. Ein Hörsturz tritt meist unerwartet auf und geht häufig mit Ohrdruck, verzerrtem Hören, Geräuschüberempfindlichkeit oder Schwindel einher. Nicht selten entwickelt sich begleitend ein Tinnitus, der zusätzlich belastend wirken kann.
Die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT) wird bei akutem Hörsturz mit oder ohne Tinnitus als ergänzende Behandlung eingesetzt. Ziel ist es, die Sauerstoffversorgung des Innenohrs zu verbessern, die Durchblutung zu fördern und die Regeneration empfindlicher Hörzellen zu unterstützen. Im Ärzte Zentrum für Hyperbare Sauerstofftherapie in Aachen erfolgt die Therapie ärztlich begleitet und individuell abgestimmt, in enger Ergänzung zur HNO-fachärztlichen Behandlung.
Diese positiven Effekte sind durch zahlreiche Studien belegt und machen die HBO-Therapie zu einer wertvollen Therapieansatz bei der Behandlung von akutem Hörsturz und Tinnitus.
Ralf S. aus Köln
Akuter Hörsturz / Tinnitus, März 2025
Laura P. aus Bonn
Akuter Hörsturz / Tinnitus, Juli 2025
Michael G. aus Herzogenrath
Akuter Hörsturz / Tinnitus, März 2025
Sebastian L. aus Aachen
Akuter Hörsturz / Tinnitus, Oktober 2025
Julia S. aus Siegburg
Akuter Hörsturz / Tinnitus, Dezember 2025
Der Hörsturz ist eine plötzlich auftretende Hörminderung, die häufig mit Ohrgeräuschen (Tinnitus), Druckgefühl oder Schwindel einhergeht. Er stellt eine ernstzunehmende Erkrankung des Innenohrs dar und erfordert eine zeitnahe medizinische Abklärung. Trotz moderner diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten kann es bei einem Teil der Patientinnen und Patienten zu einem anhaltenden Hörverlust oder zu chronischem Tinnitus kommen.
Hörsturz und Tinnitus entstehen durch funktionelle Störungen im empfindlichen Innenohr. Dabei spielt insbesondere eine gestörte Durchblutung eine zentrale Rolle. Wenn die feinen Strukturen des Innenohrs nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, reagieren die Sinneszellen empfindlich und können in ihrer Funktion eingeschränkt werden. Die Beschwerden entwickeln sich häufig plötzlich, können sich jedoch im weiteren Verlauf verfestigen.
Im Mittelpunkt der Pathophysiologie steht die Beeinträchtigung der kleinsten Blutgefäße der Hörschnecke (Mikrozirkulationsstörung). Durch Gefäßverengungen oder Durchblutungsstörungen wird die Versorgung der hochsensiblen Haarzellen des Innenohrs reduziert. Bereits geringe Veränderungen der Durchblutung können hier zu deutlichen Hörstörungen führen.
Die verminderte Durchblutung verursacht einen relativen Sauerstoffmangel (Hypoxie) im Innenohr. Sauerstoff ist jedoch essenziell für den Energiestoffwechsel der Haarzellen sowie für die Weiterleitung akustischer Signale an den Hörnerv. Besteht dieser Sauerstoffmangel über einen längeren Zeitraum, können sich Funktionsstörungen verfestigen und die Regenerationsfähigkeit des Innenohrs nimmt ab.
Als weitere Folge können entzündliche und stoffwechselbedingte Veränderungen auftreten, die die feinen Strukturen des Innenohrs zusätzlich belasten. Die Elastizität und Funktionsfähigkeit der Sinneszellen gehen verloren, was sich in anhaltendem Hörverlust oder dauerhaftem Tinnitus äußern kann.
Zusätzlich sind die Reparaturmechanismen des Innenohrs nur sehr eingeschränkt ausgeprägt. Geschädigte Haarzellen und neuronale Strukturen können sich kaum oder gar nicht erneuern. Bleibt die Durchblutungs- und Sauerstoffstörung bestehen, kann dies dazu führen, dass sich akute Beschwerden zu chronischen Hörstörungen oder persistierendem Tinnitus entwickeln.
Gerade beim akuten Hörsturz sehen wir, dass eine frühzeitige HBO-Therapie die Regeneration des Innenohrs unterstützt und einem Hörverlust wirksam entgegen wirken kann.
Leitende Ärztin, Spezialistin für Hyperbare Sauerstofftherapie
Die Hyperbare Sauerstofftherapie setzt direkt an den vermuteten physiologischen Ursachen des Hörsturzes an. Während der Behandlung atmen Patientinnen und Patienten unter erhöhtem Umgebungsdruck reinen Sauerstoff ein. Dadurch erhöht sich die im Blutplasma gelöste Sauerstoffmenge deutlich.
Dieser zusätzliche Sauerstoff kann die feinen Gefäßstrukturen des Innenohrs besser versorgen, die Mikrozirkulation verbessern und entzündliche Schwellungen reduzieren. Gleichzeitig wird die Regeneration der empfindlichen Haarzellen und Hörnerven unterstützt. Studien zeigen, dass insbesondere bei frühem Therapiebeginn die Kombination aus HBO-Therapie und medikamentöser Behandlung die Chancen auf eine Hörverbesserung deutlich erhöhen kann.
Die Evidenzbasis zur HBO-Therapie beim Hörsturz hat sich in den letzten Jahren deutlich verdichtet und verschoben – weg von kleinen Einzelstudien hin zu mehreren qualitativ hochwertigen systematischen Reviews und Meta-Analysen, die ausdrücklich die Kombination aus HBO-Therapie und medikamentöser Therapie, insbesondere systemischen und intratympanalen Corticosteroiden, untersuchen.
Die derzeit aktuellste und in ihrer Breite wichtigste Arbeit ist die 2025 publizierte Meta- Analyse von Alter et al. („Hyperbaric Oxygen and Sudden Sensorineural Hearing Loss: A Systematic Review and Meta-Analysis“, Laryngoscope 2025). Die Auswertung zeigte, dass Patientinnen und Patienten, die HBO zusätzlich zur Standardmedikation erhielten, deutlich häufiger eine Verbesserung des Hörvermögens erreichten als diejenigen, die ausschließlich medikamentös behandelt wurden. Insgesamt war die Chance auf eine Hörverbesserung in der HBO Gruppe mehr als doppelt so hoch. Auch bei genauerer Betrachtung verschiedener Behandlungsformen bestätigte sich dieser Vorteil: Sowohl bei der Kombination aus HBO und systemischer Kortisontherapie als auch bei der Kombination aus HBO mit systemischer und lokaler (ins Ohr verabreichter) Kortisontherapie war die Wahrscheinlichkeit einer Hörverbesserung etwa 2,5-fach höherals bei derselben Kortisonbehandlung ohne zusätzliche HBO.
Diese Arbeit bestätigt eindrücklich, dass gerade die Kombination aus HBOT und Steroiden einen deutlichen zusätzlichen Nutzen bringt – genau das Therapieszenario, das auch im klinischen Alltag in deutschen Druckkammern angewandt wird. Neben der genannten Veröffentlichung liegen mehrere weitere systematische Reviews und Meta-Analysen vor, die konsistent auf einen behandlungsrelevanten Vorteil der HBO-Therapie hinweisen.
Zusätzlich liegen zahlreiche prospektive und retrospektive klinische Studien vor, die die HBOT in Kombination mit Steroiden insbesondere bei schwerem Hörverlust und früher Therapiebeginn (innerhalb von 2 Wochen) als wirksam und sicher beschreiben.
In einem persönlichen Gespräch prüfen unsere Ärzte, ob eine HBO-Therapie in Ihrer spezifischen Situation sinnvoll ist.
Die Behandlungsdauer, Sitzungszahl und Begleittherapie werden auf Ihre Beschwerden abgestimmt.
Unser interdisziplinäres Team sorgt während der gesamten Therapie für die tägliche Begleitung, medizinische Beratung und Anpassungen in enger Abstimmung mit Ihren Ärzten.
Die Kosten der HBO-Therapie richten sich nach dem individuellen Krankheitsbild, dem Schweregrad des Hörverlusts und dem empfohlenen Behandlungsumfang. Häufig umfasst die Therapie mehrere Sitzungen über einen begrenzten Zeitraum.
Private Krankenversicherungen, Beihilfestellen oder Zusatzversicherungen übernehmen die Kosten für die HBO-Therapie bei nachgewiesenem Hörsturz. Bei gesetzlich versicherten Patienten wird im Einzelfall durch die Krankenkassen entschieden. Unser Team unterstützt Sie bei der Klärung der Kostenübernahme und berät Sie transparent und individuell.
Tinnitus sollte so früh wie möglich behandelt werden – idealerweise innerhalb der ersten Wochen nach dem erstmaligen Auftreten der Ohrgeräusche. In dieser Zeit ist die Chance am größten, dass sich der Tinnitus zurückbildet oder deutlich abschwächt.
Als akuter Tinnitus gilt die Symptomatik in der Regel in den ersten Wochen bis maximal 3 bis 6 Monate. In dieser Phase können – je nach Ursache und ärztlicher Einschätzung – verschiedene Maßnahmen helfen, darunter durchblutungsfördernde Therapien, Stressreduktion, physikalische Therapien oder auch die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) bei Innenohrbeteiligung.
Wichtig: Eine fachärztliche Abklärung durch einen HNO-Arzt sollte immer der erste Schritt sein, bevor mit einer spezifischen Therapie begonnen wird.
Ja, ein Tinnitus kann in vielen Fällen von selbst wieder verschwinden – besonders wenn er akut auftritt, also erst seit wenigen Tagen besteht. Ursachen wie Stress, Lärmexposition oder eine vorübergehende Durchblutungsstörung können sich wieder zurückbilden, und das Ohrgeräusch verschwindet spontan.
Allerdings: Je länger der Tinnitus anhält, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er ohne gezielte Behandlung vollständig verschwindet. Deshalb sind eine frühzeitige Abklärung und Therapie wichtig, um die Chancen auf Verbesserung zu erhöhen.
In Fällen, bei denen der Tinnitus bestehen bleibt, kann z. B. die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) helfen, die Durchblutung im Innenohr zu verbessern und die Beschwerden zu lindern – besonders bei Tinnitus mit nachgewiesener Innenohrbeteiligung nach Hörsturz, Lärmtrauma oder Long COVID.
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