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Hyperbare Sauerstofftherapie

Tinnitus, was tun?

Ursachen, Behandlung und die mögliche Rolle der hyperbaren Sauerstofftherapie

Ursachen, Behandlung und die mögliche Rolle der HBO

4.8 über 10.000+ Patienten behandelt
Proven Expert – Sehr gut

Ein Pfeifen, Summen oder Rauschen im Ohr kann von einem Moment auf den anderen da sein. Oft passiert das abends, wenn es ruhig um einen wird. Und fast immer stellt sich sofort die gleiche Frage: Ist das schlimm? Geht das wieder weg? Und vor allem, was kann ich jetzt tun?

Auf dieser Seite erfahren Sie, wie sich Tinnitus bemerkbar macht, wann Sie besser zeitnah zum Arzt gehen, welche Behandlungen es gibt und wie eine hyperbare Sauerstofftherapie Ihnen dabei helfen kann.

Was ist Tinnitus?

Als Tinnitus bezeichnet man Geräusche, für die es keine äußere Schallquelle gibt. In den allermeisten Fällen hört nur der oder die Betroffene selbst diesen Ton. Man spricht dann von einem subjektiven Tinnitus. Selten steckt tatsächlich eine körperliche Quelle dahinter, etwa ein Blutgefäß, durch das das Blut hörbar strömt. Das nennt man einen objektiven Tinnitus, und er ist die Ausnahme.

Wichtig ist außerdem, wie lange das Geräusch schon da ist. Besteht es höchstens drei Monate, sprechen Ärzte von einem akuten oder subakuten Tinnitus. Alles darüber gilt als chronisch. Diese Grenze klingt technisch, sie hat aber einen praktischen Grund: Je nach Dauer verändern sich die Untersuchung, das Behandlungsziel und auch das, was man realistisch erwarten darf.

Wie äußert sich Tinnitus?

Tinnitus klingt nicht bei jedem gleich. Mal ist er auf einem Ohr, mal auf beiden. Mal bleibt er konstant, mal wird er lauter und leiser. Manche Menschen bemerken ihn nur in völliger Stille, andere hören ihn den ganzen Tag mit. Typisch sind zum Beispiel:

  • Pfeifen, Piepen, Summen, Brummen oder Rauschen
  • Klicken, Klopfen oder ein Geräusch im Takt des Herzschlags
  • ein Druckgefühl im Ohr oder ein verändertes Hören
  • Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten und innere Unruhe
  • ein begleitender Hörverlust, Schwindel oder eine Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen

Wie sehr ein Tinnitus belastet, hängt übrigens nicht nur von seiner Lautstärke ab. Ob man gut schläft, wie viel Stress gerade da ist, wie stark man auf das Geräusch achtet und wie man es für sich bewertet, all das entscheidet mit darüber, wie sehr es den Alltag bestimmt.

Tinnitus, was tun bei plötzlichem Beginn?

Was Sie bis zur Untersuchung tun können

  • Meiden Sie zusätzlichen Lärm, ohne sich dabei völlig von normalen Alltagsgeräuschen abzuschotten.
  • Notieren Sie, wann es begann, welche Seite betroffen ist, wie das Geräusch klingt und ob noch andere Beschwerden dazukommen.
  • Halten Sie fest, welche Medikamente Sie nehmen und was als Auslöser infrage kommt.
  • Beginnen Sie nicht auf eigene Faust mit Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln.
  • Bei Verdacht auf einen Hörverlust wenden Sie sich an eine HNO-Praxis oder eine passende Akutversorgung.
Untersuchung und Beratung zur hyperbaren Sauerstofftherapie in Aachen

Wie wird Tinnitus untersucht?

Am Anfang steht immer ein ausführliches Gespräch. Wann hat es angefangen, wie lange besteht es schon, welche Seite, welcher Klang, wie sehr belastet es Sie, waren Sie viel Lärm ausgesetzt, gibt es Vorerkrankungen, welche Medikamente nehmen Sie? Danach werden die Ohren untersucht, und in aller Regel folgt ein Hörtest. Je nach Ergebnis kommen weitere Untersuchungen dazu, etwa von Mittel- und Innenohr, vom Gleichgewicht, vom Kiefergelenk oder von den Gefäßen.

Dahinter stehen zwei Ziele. Zum einen soll eine behandelbare Ursache gefunden werden, falls es sie gibt. Zum anderen geht es darum, einzuschätzen, wie stark der Tinnitus Schlaf, Stimmung, Konzentration und Lebensqualität beeinträchtigt.

Wie kann Tinnitus behandelt werden?

Wie behandelt wird, hängt von der Ursache ab, von der Dauer und davon, was sonst noch dazukommt. Lässt sich eine klare Ursache finden, wird zuerst diese angegangen. Das kann das Entfernen eines Ohrenschmalzpfropfs sein, die Behandlung einer Entzündung, eine Versorgung mit Hörgeräten oder auch die Behandlung von Problemen am Kiefer.

Wenn der Tinnitus chronisch geworden ist

Bei einem chronischen Tinnitus geht es meist nicht darum, das Geräusch mit einer einzelnen Tablette abzuschalten. Ein solches Mittel gibt es schlicht nicht. Entscheidend ist etwas anderes: die Belastung zu senken und dem Gehirn zu helfen, dem Ton weniger Bedeutung beizumessen. Am besten untersucht ist dafür die kognitive Verhaltenstherapie. Sie kann den Umgang mit dem Tinnitus deutlich erleichtern und die Lebensqualität verbessern, selbst wenn das Geräusch nicht ganz verschwindet.

Was außerdem helfen kann:

  • eine verständliche Aufklärung und Beratung, die ernst nimmt, was Sie erleben
  • eine kognitive Verhaltenstherapie, wenn die Belastung anhält
  • Hörgeräte, falls gleichzeitig ein Hörverlust besteht
  • die Behandlung von Schlafproblemen, Ängsten oder depressiven Beschwerden
  • angenehme Hintergrundgeräusche statt völliger Stille
  • persönliche Wege zur Entspannung und zum Umgang mit Stress

Für viele Medikamente, Infusionen und Nahrungsergänzungsmittel gibt es beim chronischen Tinnitus keinen verlässlichen Wirknachweis. Deshalb sollte jede Behandlung einen klaren medizinischen Grund und ein realistisches Ziel haben.

Wie kann Sauerstoff bei Tinnitus helfen?

Bei der hyperbaren Sauerstofftherapie, kurz HBO, atmen Patientinnen und Patienten in einer Druckkammer reinen medizinischen Sauerstoff, und zwar bei erhöhtem Umgebungsdruck. Dadurch löst sich deutlich mehr Sauerstoff im Blut. So kommt auch dort mehr Sauerstoff an, wo die Durchblutung sonst eingeschränkt ist, zum Beispiel im empfindlichen Innenohr. Genau hier setzt die Behandlung an.

Mehr dazu: Hörsturz und Tinnitus behandeln in Aachen.

Was kann ich von einer HBO-Therapie erwarten?

Bevor es losgeht, klären wir zwei Dinge: ob die Behandlung für Sie sinnvoll ist und ob der Druckausgleich in den Ohren gut funktioniert. Während der Sitzung steigt der Druck langsam und kontrolliert an. Das Gefühl dabei kennen viele vom Start oder der Landung im Flugzeug. Wie der Druckausgleich geht, erklärt Ihnen das Team vorher in Ruhe.

Konkret heißt das:

  • eine persönliche ärztliche Untersuchung vor der ersten Sitzung
  • eine Behandlung in mehreren Sitzungen, gut aufeinander abgestimmt
  • regelmäßige Kontrollen, damit wir sehen, wie gut Sie ansprechen
  • eine ruhige, gut begleitete Atmosphäre während der ganzen Zeit in der Kammer
  • ein Team, das Sie vorab in Ruhe über den Ablauf und mögliche Begleiterscheinungen wie einen Druck auf den Ohren aufklärt

Viele Patientinnen und Patienten erleben nach der HBO, dass die Ohrgeräusche in den Hintergrund treten und sie wieder ruhiger schlafen und leichter durch den Tag kommen. Gerade nach einem plötzlichen Hörverlust zählt jeder Tag, deshalb sollten Sie sich früh bei uns vorstellen. Wie stark die Behandlung wirkt, ist von Mensch zu Mensch verschieden, und genau deshalb begleiten wir Sie Schritt für Schritt.

Häufige Fragen zu Tinnitus

Kann Tinnitus wieder verschwinden?
Ja, das kommt vor. Gerade neu aufgetretene Ohrgeräusche bilden sich oft von selbst zurück. Wie es im Einzelfall ausgeht, lässt sich aber nicht sicher vorhersagen.

Ist Tinnitus ein Notfall?
Meistens nicht. Anders sieht es aus bei plötzlichem Hörverlust, starken neurologischen Beschwerden, heftigem Schwindel, einem pulsierenden Geräusch im Takt des Herzschlags oder nach einer Verletzung am Kopf. Dann sollten Sie rasch abklären lassen.

Kann Sauerstoff bei Tinnitus helfen?
Ja, für viele Betroffene ist die HBO eine echte Chance. Besonders gute Erfahrungen gibt es, wenn der Tinnitus zusammen mit einem plötzlichen Hörverlust auftritt. Ob sie auch in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir in einem persönlichen Gespräch.

Was hilft bei chronischem Tinnitus?
Eine gute Aufklärung, eine kognitive Verhaltenstherapie, Hörgeräte bei bestehendem Hörverlust und die Behandlung von begleitenden Schlaf- oder seelischen Problemen. Zusammen können sie die Belastung spürbar verringern.

Wie viele HBO-Sitzungen sind nötig?
Das lässt sich erst nach der Diagnose und der Indikationsprüfung sagen. Anzahl und Zeitpunkt richten sich nach dem akuten Krankheitsbild dahinter, nicht nach dem Ohrgeräusch allein.

Fazit

Wer sich fragt, was bei Tinnitus zu tun ist, sollte vor allem auf zwei Dinge achten: seit wann das Geräusch da ist und was sonst noch dazukommt. Ein neues Ohrgeräusch zusammen mit einem Hörverlust gehört rasch untersucht, hier zählt jeder Tag. Neben den bewährten Ansätzen, die die Belastung verringern und den Alltag leichter machen, kann die hyperbare Sauerstofftherapie ein wichtiger Baustein sein. Sie hat schon vielen Menschen geholfen, wieder auf die Beine zu kommen.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Tinnitus abgeklärt werden sollte, sprechen Sie uns gern an. Wir schauen gemeinsam, was in Ihrem Fall sinnvoll ist.

Dieser Beitrag ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung.