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Tauchmedizin

Geschichte der Tauchmedizin


So lag es nahe, dass sich eine Profession entwickelte, die die beliebten Luxusartikel des Meeresgrundes bergen konnte. Besonders begehrt waren bereits in der Antike Perlen, Purpurschnecken (zum Färben von teuren Gewändern), Schwämme und bestimmte Algen. Die Taucher in der Antike hatten keine technische Atemhilfe, trotzdem konnten durch Training erstaunliche Tauchtiefen- und -zeiten erreicht werden. Insbesondere von militärischem Interesse getrieben gab es zwar wiederkehrende Überlegungen durch technische Hilfe ein längeres Überleben unter Wasser zu ermöglichen, aufgrund fehlender anatomischer, physiologischer und technischer Kenntnisse sollten diese Überlegungen vorerst jedoch rein theoretischer Natur bleiben. Der physiologische harntreibende Effekt der Immersion (des Eintauchens des Körpers bis zum Hals) war jedoch auch schon im Altertum beobachtet worden, wovon die damaligen Taucher ihren Spitznamen der „Urinator mares“ bekamen.

Da sich im Mittelalter der wissenschaftliche Fortschritt, insbesondere die anatomischen und physiologischen Kenntnisse nur wenig weiterentwickelten, fehlte auch in der Taucherei eine Grundlage um einen Fortschritt zu ermöglichen.

Die Taucherglocke

Unter verschiedenen Methoden atembare Luft in die Tiefe herab nehmen zu können stellte sich die Methode des englischen Astronomen Halley als die erfolgreichste heraus. Er beschwerte im Jahre 1690 ein glockenförmiges, unten offenes Faß mit Gewichten und versenkte es auf den Boden der Themse, wobei er und zwei weitere Männer aus der in der „Taucherglocke“ gefangenen Luft atmen konnten. Mittels kleinen bleibeschwerten Fässern wurde immer wieder neue Luft von oben herabgelassen.

Die Caisson-Technik

Durch den ökonomischen Aufschwung in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Bedarf nach neuen Verkehrserschließungen in der alten und der neuen Welt enorm hoch. Bald schon setzte sich im Brückenbau eine Technik durch, bei der in einer mit Druckluft gefüllten Glocke, ähnlich der Taucherglocke, am Boden des zu überbrückenden Flusses trockenen Fußes gearbeitet werden konnte. Diese als „Caisson-Technik“ bezeichnete Methode war zuerst von einem französischen Bergbauingenieur in einer überfluteten Kohlengrube angewandt worden, wurde aber schnell großflächig eingesetzt, so auch zum Bau der Westminster Bridge in London oder der Brooklyn Bridge in New York.

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