Anwendungsgebiete

Wundheilungsstörungen / Problemwunden / Weichteile

Nicht heilende Wunden zählen zu den sehr schwer zu behandelnden Erkrankungen. Verursacht durch verschiedene Grunderkrankungen, bedarf es einer interdisziplinären Behandlung durch erfahrene Spezialisten.

Wundheilungsstörungen / Problemwunden / Weichteile

Diabetisches Fußsyndrom, Diabetische Problemwunden


Es wird geschätzt, dass in Deutschland ca. 4 Mio. Menschen, das entspricht etwa 5% der Bevölkerung, mit Diabetes Mellitus leben. 

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Es wird geschätzt, dass in Deutschland ca. 4 Mio. Menschen, das entspricht etwa 5% der Bevölkerung, mit Diabetes Mellitus leben. Diabetes kann zu einer Vielzahl von zum Teil schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen, das diabetische Fußsyndrom stellt eine dieser Folgeerkrankungen dar.


Das diabetische Fußsyndrom entwickelt sich meist aus einem Bagatelltrauma heraus, welches häufig nicht als schmerzhaft empfunden wird, da das Schmerzempfinden durch eine diabetische Polyneuropathie (durch Diabetes verursachte Nervenschädigung) herabgesetzt ist. In der Folge entsteht eine kleine Wunde, die jedoch aufgrund der schlechten Sauerstoffversorgung im Rahmen einer diabetische Makroangiopathie (durch Diabetes verursachte Durchblutungsstörung) nur unzureichend ausheilen kann. 


Die Folge ist eine sich in der Größe ausbreitende Ulzeration (Wunde), die zusätzlich häufig bakteriell infiziert und besiedelt wird. Dies behindert die Heilung der Wunde zusätzlich. Beim Fortschreiten droht im schlimmsten Fall eine Amputation der betroffenen Extremität, um eine Sepsis (umgangssprachlich: Blutvergiftung) zu verhindern, die mit einer sehr hohen Sterblichkeit behaftet wäre.


Neben einer strengen Blutzuckereinstellung, einer professionellen chirurgischen Wundversorgung und einer antibiotischen Therapie ist die hyperbare Sauerstofftherapie eine wichtige Therapiemaßnahme beim diabetischen Fußsyndrom. Die HBO kann den Sauerstoffgehalt im Gewebes deutlich steigern, was das Gefäßwachstum anregt und antibakterielle Effekte zeigt. Die Effektivität in der Praxis wurde in einer Reihe von zum Teil sehr großen Studien gezeigt. Somit stellt die hyperbare Sauerstofftherapie heute eine wichtige Säule in der leitliniengetreuen Therapie chronischer Wunden bei Diabetes mellitus dar (AWMF-Leitlinie „Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Risiken periphere arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, chronische venöse Insuffizienz“) und kann nachgewiesenermaßen die Amputationsrate deutlich senken.

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Chronische, nicht heilende Wunden



Für den Heilungsprozess einer Wunde bedarf es einer Vielzahl von Vorgängen die im geschädigten Gewebe fein reguliert ablaufen müssen. 

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Für den Heilungsprozess einer Wunde bedarf es einer Vielzahl von Vorgängen die im geschädigten Gewebe fein reguliert ablaufen müssen.


Verschmutzungen und Infektionen müssen wirkungsvoll bekämpft werden, jedoch müssen diese Entzündungsprozesse auch zum rechten Zeitpunkt wieder abklingen, damit eine Regeneration des Bindegewebes stattfinden kann. Ein Prozess für welchen insbesondere die Neueinsprossung von Gefäßen essentiell ist. Für viele Schritte dieser Schritte ist eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff essentiell.


Können die natürlichen Regenerationsprozesse nicht ungestört ablaufen und eine Wunde heilt auch nach mehreren Wochen adäquater Therapie nicht ab, spricht man von einer chronischen Wunde. Häufig ist eine Mangelversorgung auf dem Boden einer Durchblutungsstörung die Ursache. Ein gewisses Maß an Sauerstoffunterversorgung im Wundgebiet ist normal und das Gefälle zwischen sauerstoffversorgtem Wundrand und sauerstoffarmem Wundgrund für die Initiierung des Heilungsprozesses sogar förderlich. Ein zu ausgeprägter Sauerstoffmangel verhindert jedoch die Wundheilung und führt zu einer gesteigerten Wundinfektionsrate.


Die hyperbare Oxygenierung kann in diesem Fall den entscheidenden Impuls zur Wundheilung geben. Es sind viele Forschungsergebnisse bekannt, die zeigen, dass vorübergehende Hyperoxygenierung von schlecht durchbluteten Wunden durch hyperbare Sauerstofftherapie Blockaden der Wundheilung abschwächen und eine Kaskade von biochemischen Prozessen in Gang setzten. Diese tragen  zur Wundheilung bei. Effekte die dabei von einer HBO-Therapie erreicht werden sind:

  • Bereitstellung von Sauerstoffradikalen in weißen Blutkörperchen zur Infektabwehr
  • Wirkungsvolle Unterdrückung der bakteriellen Toxinbildung
  • Ausschüttung von Faktoren, die die Gefäßeinsprossung (VEGF) und die Gewebeneubildung (PDGF) fördern
  • Vermehrte Freisetzung von Stammzellen aus dem Knochenmark
  • Vermehrte Aktivität von Enzymen (Matrix-Metalloproteasen), die in der Wundheilung und Gefäßneubildung eine wichtige Rolle spielen

Somit stellt die hyperbare Sauerstofftherapie bei der richtigen Therapie chronisch nicht heilender Wunden einen wichtigen Baustein in einem modernen Behandlungskonzept dar, das interdisziplinär von Experten verschiedener Fachdisziplinen getragen werden sollte.

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Gefährdetes Haut- und/oder muskulo-skeletales Transplantat



Generell bedarf die Transplantation von Lappenplastiken und Hauttransplantaten keiner zusätzlichen Behandlung, da die heutigen operativen Techniken sehr gute Ergebnisse erzielen.

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Generell bedarf die Transplantation von Lappenplastiken und Hauttransplantaten keiner zusätzlichen Behandlung, da die heutigen operativen Techniken sehr gute Ergebnisse erzielen. 


In bestimmten Situationen jedoch ist das Einheilen der Transplantate erschwert. So kommt es jedoch bekannterweise in strahlenmedizinisch behandelten Arealen, nach ausgeprägter Weichteilverletzung oder Abscherverletzungen, häufiger zu Komplikationen. In diesen Fällen kann der Heilungsprozess präventiv durch eine hyperbare Sauerstofftherapie unterstützt werden. Wenn dies nicht geschehen ist und Plastiken vom Körper nicht angenommen werden, sind diese häufig nur noch durch eine hyperbare Sauerstofftherpie zu retten, wodurch eine erneute Transplantation umgangen werden kann.


Die neben der praktischen Erfahrung bestehende wissenschaftliche Literatur auf diesem Gebiet beinhaltet sowohl eine Vielzahl von Tierstudien, als auch klinische Studien und Fallserien, die einen positiven Effekt der HBO belegen.

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Ausgedehnter und/oder tiefgehender Weichteilschaden (Crush-Verletzung, Kompartmentsyndrom)


Von Kräften auf den Körper, wodurch es zur Schädigung von unterschiedlichen Geweben wie Muskeln, Nerven, Blutgefäßen oder der Haut kommt. 

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Von Kräften auf den Körper, wodurch es zur Schädigung von unterschiedlichen Geweben wie Muskeln, Nerven, Blutgefäßen oder der Haut kommt. Häufig führen diese Verletzungen zu schlecht heilenden Wunden, da die für den Heilungsprozess wichtige Sauerstoffversorgung über das Blutgefäßsystem mit beeinträchtigt ist.


Die Durchblutung kann durch verstärkte Ansammlung von Gewebeflüssigkeit (Ödembildung) im Wundgebiet weiter beeinträchtigt werden. Geht die Ödembildung mit einer Drucksteigerung in abgechlossenen Kompartimenten (z.B. innerhalb von Muskelfaszien) einher, spricht man von einem sogenannten Kompartment-Syndrom. Dieser gefürchtete Zustand kann sich in einem Teufelskreis aus ödembedingter Unterbrechung der Blutzufuhr und dadurch weiterer Ödembildung immer weiter verstärken, was zu schweren Folgeschäden führen kann.


Wird die Durchblutung wieder hergestellt, kann es zum Ausschwemmen giftiger Substanzen aus dem zuvor von der Blutversorgung abgeschiedenen Gewebe kommen. Diese Substanzen können im menschlichen Körper großen Schaden anrichten, weshalb betroffene Patienten intensivmedizinisch behandelt und überwacht werden müssen.


Ziel muss es sein die Gefahr eines Kompartmensyndroms frühzeitig zu erkennen und präventiv zu behandeln.


Die hyperbare Sauerstofftherapie führt zu einer Gefäßengstellung, wodurch der Blutzufluss zum geschädigten Gewebe um ca. 20% verringert wird. Somit wird bei verringertem Zufluss und gleichbleibendem Abfluss ein antiödematöser Effekt erzielt. Dieser führt zu geringeren Gewebedrücken, wodurch der Blutfluss in den kleinen Gefäßen (Mikrozirkulation) verbessert wird. Dadurch und durch die gesteigerte Sauerstoffkonzentration im Blutplasma wird das geschädigte Gewebe besser mit dem für die Regeneration wichtigen Sauerstoff versorgt. Weitere postitive Effekte werden auf zellulärer Ebene initiiert.

Tinnitus / Innenohr-Erkrankungen / HNO

Erkrankungen wie der Hörsturz oder ein Tinnitus treffen alle Altersgruppen und können die Lebensqualität stark einschränken. Eine frühzeitige Behandlung ist therapieentscheidend.

Tinnitus / Innenohr-Erkrankungen / HNO

Akuter Hörsturz / Tinnitus



Beim akuten Hörsturz kommt es häufig zu einem ohne erkennbare Ursache plötzlichen und meist einseitig einsetzenden Hörverlust.



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Beim akuten Hörsturz kommt es häufig zu einem ohne erkennbare Ursache plötzlichen und meist einseitig einsetzenden Hörverlust.


Der Hörverlust variiert stark in seiner Ausprägung und kann nur wenige Frequenzen betreffen oder auf alle Frequenzen ausgedehnt sein. Männer und Frauen sind dabei gleich häufig betroffen. Patienten mit nur geringem Hörverlust haben eine gute Aussicht ihr Gehör spontan wieder voll zu erlangen.


Warum HBO-Therapie bei Hörsturz und Tinnitus? 

Die Ursache des Hörsturzes ist bisher nicht genau geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die zu veränderten Durchblutungsverhältnissen im Innenohr führen. Der Ansatz der HBO-Therapie besteht darin, die Versorgung der Haarzellen, welche im gesunden Ohr durch Diffusion geschieht, auch unter den veränderten Durchblutungsverhältnissen sicher zu stellen.


In einer großen Übersichtsarbeit (Cochrane Review) konnte gezeigt werden, dass die HBO-Therapie das Hören nach akutem Hörsturz merklich (signifikant) verbessern kann.


Wer profitiert von der HBO-Therapie?
Hierbei können insbesondere Patienten mit mittelstark bis stark ausgeprägtem Hörsturz profitieren. Nach Möglichkeit sollte eine HBO-Therapie innerhalb der ersten 2 Wochen nach Verlust des Gehörs eingeleitet werden, spätestens jedoch innerhalb der ersten drei Monate.

Tinnitus / Innenohr-Erkrankungen / HNO

Knalltrauma, Lärmtrauma (Akuter Lärmschaden)


Gehörschädigungen durch Lärmeinfluss werden in verschiedene Gruppen eingeteilt: Je nach Intensität und Dauer der schädigend einwirkenden Schallwellen unterscheidet man zwischen akustischem Trauma, Knalltrauma, Explosionstrauma und akutem Lärmtrauma.

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Gehörschädigungen durch Lärmeinfluss werden in verschiedene Gruppen eingeteilt: Je nach Intensität und Dauer der schädigend einwirkenden Schallwellen unterscheidet man zwischen akustischem Trauma, Knalltrauma, Explosionstrauma und akutem Lärmtrauma.


Der Schalldruck führt dabei zum Zelluntergang an der Schnittstelle zwischen den akustischen mechanischen Schwingungen und den Nervensignalen in der Schnecke des Innenohrs (dem Corti-Organ), zu Schädigungen der äußeren Haarzellen, der Stützzellen und zu Schäden an vielen weiteren anatomischen Strukturen. Misst man dabei den Sauerstoffpartialdruck in der Lymphe zwischen dem häutigen und dem knöchernen Labyrinth des Innenohrs (Perilymphe), so stellt man einen erheblichen Abfall fest. Sauerstoffmangel in der Cochlea behindert den Funktionsstoffwechsel der Zellen, sodass es zum Hörverlust kommt.


Durch Steigerung des Sauerstoffpartialdruckes in der Cochlea und speziell im Bereich der Peri- und Endolymphe ist eine Beeinflussung der metabolisch gestörten Hörsinneszellen möglich. Da diese über keine blutversorgenden Gefäße verfügen, sondern auf die Sauerstoffversorgung mittels Diffusion angewiesen sind, kann grundsätzlich nur eine Erhöhung des umgebenden Sauerstoffpartialdruckes eine Sauerstoffmangelsituation ausgleichen.


Zusätzlich wirkt sich die hyperbare Sauerstofftherapie beim akuten Lärmtrauma positiv auf die Ödembildung im geschädigten Innenohr aus. Dass die beschriebenen Prozesse eine klinische Relevanz haben, konnte in verschiedenen Therapiestudien gezeigt werden.


Wichtig zu beachten ist, dass ein akuter durch ein Lärmtrauma aufgetretener Hörschaden in bis zur Hälfte der Fälle spontan wieder verschwindet. Diese spontanen Remissionen geschehen jedoch meist in den ersten 48 Stunden nach Lärmeinwirkung. Kommt es darüber hinaus nicht zur deutlichen Besserung der Symptome sollte eine hyperbare Sauerstofftherapie durchgeführt werden, da eine Spontanremission dann nur noch sehr selten zu erwarten ist.

Tinnitus / Innenohr-Erkrankungen / HNO

Außenohrentzündung (Otitis externa maligna)


Die Otitis externa necroticans ist eine gefürchtete Erkrankung, die mit schweren Komplikationen einhergehen und sogar zum Tode führen kann. Es handelt sich um eine invasive, zu massivem Zelluntergang führende Gehörgangsentzündung, die sich weiter auf den Schädelknochen und die Hirnnerven ausbreiten kann.

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Die Otitis externa necroticans ist eine gefürchtete Erkrankung, die mit schweren Komplikationen einhergehen und sogar zum Tode führen kann.


Es handelt sich um eine invasive, zu massivem Zelluntergang führende Gehörgangsentzündung, die sich weiter auf den Schädelknochen und die Hirnnerven ausbreiten kann. Betroffen sind meist Patienten mit schlechter Abwehrlage wie z.B. Diabetiker im höheren Alter. Sie leiden dann unter starken Schmerzen, Eiterungen aus dem Gehörgang, Hirnnervenausfällen und einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustandes.


Wichtig ist, dass die Otitits externa schnell und entschlossen therapiert wird. Zum dabei mit höchster Dringlichkeit gebotenenen Behandlungskonzept gehört neben einer chirurgischen Herdsanierung und einer antibiotischen Kombinationstherapie auch die hyperbare Oxygenation.


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Therapie und Prävention eines Strahlenschadens

Wann immer eine Strahlentherapie notwendig wird, gilt es Nebenwirkungen und Folgen effektiv und frühzeitig zu behandeln. Langwierige Verläufe und Beschwerden lassen sich so häufig vermeiden.

Therapie und Prävention eines Strahlenschadens

Strahlenspätschäden nach Brustkrebstherapie


Brustkrebs ist mit Abstand die häufigste bösartige Erkrankung der Frau. Statistisch gesehen erkrankt jede achte Frau in Deutschland in ihrem Leben an dieser Erkrankung. Glücklicherweise ist die Forschung auf dem Gebiet der Brustkrebstherapie schon sehr weit fortgeschritten.

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Brustkrebs ist mit Abstand die häufigste bösartige Erkrankung der Frau. Statistisch gesehen erkrankt jede achte Frau in Deutschland in ihrem Leben an dieser Erkrankung. Glücklicherweise ist die Forschung auf dem Gebiet der Brustkrebstherapie schon sehr weit fortgeschritten.


Zur Behandlung steht neben der operativen Therapie und der Chemotherapie mit verschiedenen Substanzklassen auch die Strahlentherapie zur Verfügung, die z.B. immer angewandt werden sollte, wenn operativ brusterhaltend therapiert wird. Bei Anwendung einer Strahlentherapie kann es zu Nebenwirkungen kommen. Typischerweise kommt es kurz nach der Therapie im Bereich des Bestrahlungsfeldes zu sogenannten akuten Strahlenschäden in Form von Hautrötungen oder feuchten Abschuppungen, die nach kurzer Zeit jedoch in den meisten Fällen wieder folgenlos abheilen. Problematischer sind die sogenannten Strahlenspätschäden, die in bis zu zehn Prozent der Fälle auftreten. Hierbei kommt es nach mehreren Monaten oder sogar Jahren nach Beendigung der Therapie zum Zelluntergang und dadurch zu Schmerzen, Schwellungen, bindegewebigem Umbau (Fibrosierung) und krankhaften Erweiterungen der Hautgefäße (Teleangiektasien) im Bereich des Strahlungsfeldes.


Die hyperbare Sauerstofftherapie wird in der Therapie von Strahlenspätschäden seit den 1970er Jahren erfolgreich angewandt. In der Zwischenzeit konnte die gute Wirksamkeit auch in mehreren Studien gezeigt werden. Hierbei ist zu beachten, dass die HBO einen sehr wichtigen Baustein in einem multimodalen Therapiekonzept darstellt. Insbesondere in schweren Fällen mit ausgeprägten Nekrosen (Zelluntergang) kann häufig leider trotz der guten Wirksamkeit der HBO-Therapie jedoch nicht auf ein gleichzeitiges chirurgisches Vorgehen verzichtet werden.

Therapie und Prävention eines Strahlenschadens

Strahlenzystitis nach Bestrahlung



Nach Bestrahlung im kleinen Becken kann es, wie auch am Enddarm, zu Strahlenspätschäden an der Blase kommen. Diese treten glücklicherweise recht selten auf



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Nach Bestrahlung im kleinen Becken kann es, wie auch am Enddarm, zu Strahlenspätschäden an der Blase kommen. Diese treten glücklicherweise recht selten auf, sind dann jedoch nur schwer zu therapieren und stellen ein sehr ernst zu nehmendes, schlimmstenfalls bis zum Tode führendes, Krankheitsbild dar.


Symptome, die bei der Strahlenzystitis auftreten, sind Schmerzen beim Wasserlassen, Blut im Urin, gesteigerte Blasenentleerungsfrequenz, gehäufte Harnwegsinfekte und Harninkontinenz. In einer Reihe von Fallserien konnten verschiedene Autoren den positiven Effekt einer hyperbaren Sauerstofftherapie bei der Strahlenzystitis zeigen. Dieser ist insbesondere bemerkenswert, wenn man sich die schweren Verläufe dieser Erkrankung ohne eine adäquat erfolgreiche Therapie vergegenwärtigt.

Therapie und Prävention eines Strahlenschadens

Strahlenproktitis im Enddarmbereich nach Bestrahlung


Die Strahlenproktitis ist eine Schädigung der Enddarmschleimhaut, die nach einer Bestrahlung von im Becken liegender Strukturen auftritt (z.B. Enddarm, Gebärmutter, Blase, Prostata). Je nach dem wann die Proktitis auftritt unterscheidet man ein frühes und ein spätes Stadium.

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Die Strahlenproktitis ist eine Schädigung der Enddarmschleimhaut, die nach einer Bestrahlung von im Becken liegender Strukturen auftritt (z.B. Enddarm, Gebärmutter, Blase, Prostata). Je nach dem wann die Proktitis auftritt unterscheidet man ein frühes und ein spätes Stadium.


Frühe Schäden entstehen direkt nach der Bestrahlung auf Grund der hohen Teilungsfähigkeit und der damit verbundenen Empfindlichkeit der Dickdarmschleimhaut gegenüber Strahlung. Die Patienten leiden unter schmerzhaftem Stuhlgang, Durchfällen, starker Gasbildung sowie Schleim- und Blutabgang. Häufig klingen die Beschwerden innerhalb von einigen Wochen ab, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen. 


Späte Schäden entstehen nach einigen Monaten bis Jahren. Eine Vermehrung von Bindegewebe (Fibrose) und eine Blutgefäßveränderung führt zu einem "Sauerstoffmangel" in der Enddarmschleimhaut mit daraus folgenden chronischen Umbauprozessen. Die Patienten leiden unter den gleichen Symptomen wie im Frühstadium. Zusätzlich kann es jedoch zu einer Einengung des Darms kommen, die mitunter lebensbedrohlich ist. Zudem treten gehäuft Schleimhautdefekte (Ulzera) sowie krankhafte Verbindungen zwischen Darmabschnitten (Fisteln) auf. Oftmals können diese Beschwerden nur unzureichend gelindert werden und führen nicht selten zu chirurgischen Eingriffen. 


Zur Vermeidung einer Operation bietet sich bei medikamentös nicht zu beherrschender chronischer Strahlenproktitis die "HBO als schonende und risikoarme zusätzliche Behandlungsmethode an, da der zentrale Faktor der Krankheitsentstehung die Sauerstoffarmut darstellt. Die HBO ist in der Lage eine Neueinsprossung von Gefäßen anzustoßen, die eine Steigerung auf bis zu 80% der Gefäßdichte von Normalgewebe erreicht (Marx 85).


Die gute Wirkung der HBO konnte nicht nur in einer Vielzahl von Fallbeschreibungen und kleineren Studien gezeigt werden, sondern wurde auch bereits in großen Studien mit dem Evidenzgrad Ib gezeigt.


Knochen- und Knochenmarkerkrankungen

Egal ob als Sportler oder bei Bewegungen im Alltag - Erkrankungen des Bewegungsapparates gehen mit eine Vielzahl an Beschwerden und Einschränkungen einher. Moderne und ganzheitliche Behandlungsansätze sind hier gefragt.

Knochen- und Knochenmarkerkrankungen

Chronische Knochenhaut- und Knochenentzündungen (Osteitis, Osteomyelitis)


Bakterielle Entzündungen des Knochens werden Osteitis, Entzündungen des Knochenmarks Osteomyelitis genannt. Die besiedelnden Bakterien können dabei jeweils sowohl von „außen“ nach Unfällen oder durch therapeutisch eingebrachtes Fremdmaterial

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Bakterielle Entzündungen des Knochens werden Osteitis, Entzündungen des Knochenmarks Osteomyelitis genannt. Die besiedelnden Bakterien können dabei jeweils sowohl von „außen“ nach Unfällen oder durch therapeutisch eingebrachtes Fremdmaterial als auch von „innen“ durch Verschleppung innerhalb des Körpers eingedrungen sein. Betroffene Patienten leiden dabei häufig unter Allgemeinsymptomen wie Krankheitsgefühl, Fieber und Schüttelfrost, lokal zeigt sich eine Osteitis/ Osteomyelitis durch Schmerzen und eine teigige Weichteilschwellung.


Bei der Therapie der akuten Osteitis/ Osteomyelitis muss schnell antibiotisch therapiert werden. Eventuell ist es notwendig den infektiösen Herd chirurgisch zu sanieren. Leider kommt es jedoch trotz adäquater Therapie nicht selten zu chronischen Verläufen mit immer wiederkehrendem aufflammen der Entzündung. Man spricht dann von einer chronischen Osteitis/ Osteomyelitis. Hierbei treten in der Regel weniger Allgemeinbeschwerden auf, es kommt jedoch auch zu Schmerzen und Verdickung der betroffenen Knochen. Schreitet der Prozess fort kann es zum Übergriff auf benachbarte Gelenke sowie zur Instabilität des betroffenen Knochens kommen, weswegen diese Situation nach Möglichkeit in jedem Falle verhindert werden sollte.


Insbesondere wenn die konservative Therapie keinen ausreichenden Effekt mehr zeigt, kann die hyperbare Sauerstofftherapie in einer solchen Situation einen wichtigen Beitrag leisten den langfristigen Heilungsprozess schlussendlich doch noch in die Wege zu leiten. Dies beruht auf einer Vielzahl von Effekten der hyperbaren Sauerstofftherapie, die durch die Steigerung des Sauerstoffgehalts in dem sauerstoffarmen Entzündungsmilieu ausgelöst werden. Beispielhafte Effekte der HBO sind hier, dass für die Funktion von bestimmten weißen Blutkörperchen, welche Bakterien aufnehmen und mit Sauerstoffradikalen abtöten, ein gewisser Sauerstoffgehalt im Gewebe notwendig ist. Weiter konnte gezeigt werden, dass für die Aufnahme von bestimmten Antibiotika in die besiedelnden Bakterien ebenfalls ein gewisser Sauerstoffgehalt in der Umgebung vorhanden sein muss. Dass es sich hierbei auch um klinisch relevante Effekte handelt konnte in einer Vielzahl von Tierstudien und anhand einiger klinischer Fallstudien gezeigt werden.

Knochen- und Knochenmarkerkrankungen

Durchblutungsstörungen des Knochens, sog. aseptische Knochennekrosen (u.a. Hüftkopfnekrosen, Morbus Ahlbäck)


Patienten die an einer aseptischen Knochennekrose erkranken, leiden typischerweise unter rasch auftretenden, belastungsabhängigen Schmerzen in der betroffenen Körperregion ohne weitere erkennbare Ursache.

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Patienten die an einer aseptischen Knochennekrose erkranken, leiden typischerweise unter rasch auftretenden, belastungsabhängigen Schmerzen in der betroffenen Körperregion ohne weitere erkennbare Ursache. Dabei handelt es sich um den plötzlichen Untergang eines endständigen Knochenteils (Epiphyse), wobei praktisch jede Körperregion betroffen sein. Für die unterschiedlichen betroffene Strukturen wurden jeweils die Eigennamen der Erstbeschreiber als Bezeichnung des Krankheitsbildes eingeführt (M. Perthes, M. Ahlbäck, M. Köhler usw.).


Da aseptische Knochennekrosen häufig im Kindesalter auftreten wird vermutet, dass es wachstumsbedingt zu einer Diskrepanz zwischen Knochenwachstum und der Versorgung des Knochens kommt. Außerdem sind weitere Risikofaktoren bekannt, wie etwa die Einnahme von Cortison-Präparaten.


Die hyperbare Sauerstofftherapie kann als konservative und nebenwirkungsarme Methode mit gutem Erfolg bei aseptischen Knochennekrosen eingesetzt werden. Die Wirkungsweise wird in der supportiven Sauerstoffversorung und der Knochenstoffwechsel fördernden Wirkung der HBO gesehen. Neben der guten klinischen Erfahrung besteht insbesondere bei der Femurkopfnekrose eine gute Studienlage, die die Wirkung der HBO in diesem Fall eindrucksvoll belegt.

Knochen- und Knochenmarkerkrankungen

Knochenmarködemsyndrom


Beim Knochenmarködemsyndrom kommt es zu einer vermehrten Wasseransammlung und Drucksteigerung im Knochen. Dies kann in der Kernspintomographie (MRT) bildgeberisch dargestellt werden. Betroffene Patienten leiden unter heftigen, therapieresistenten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in den betroffenen Gelenken.

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Beim Knochenmarködemsyndrom kommt es zu einer vermehrten Wasseransammlung und Drucksteigerung im Knochen. Dies kann in der Kernspintomographie (MRT) bildgeberisch dargestellt werden. Betroffene Patienten leiden unter heftigen, therapieresistenten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in den betroffenen Gelenken. Das typische Schmerzbild eines KMÖ ist ein mechanischer Belastungsschmerz in Verbindung mit einem quälenden, dumpfen Dauerschmerz, der auch in Ruhe anhält. 

  • Das Knochenmarködem (KMÖ) wird in drei klinische Gruppen eingeteilt:
  • Das ischämische Knochenmarködem kann als Folge oder Begleiterkrankung von verschiedenen Knochenerkrankungen gesehen werden. Beispielhafte Erkrankungen sind die Osteonekrose, die Osteochondrosis dissecans, der Morbus Ahlbäck und das chronisch regionale Schmerzsyndrom (CRPS, früher M. Sudeck).
  • Das mechanische Knochenmarködem ist durch Kontusionen, Mikro- und Stressfrakturen bedingt und wird als sog. „bone bruise“ bezeichnet.
  • Das reaktive KMÖ ist Folge von Arthrose oder Tumoren.

Sonderformen sind das KMÖ im Oberschenkelknochenbereich nach einer Schwangerschaft und die idiopathische Form also das KMÖ ohne erkennbare Ursache.


Als Ursache werden neurale (nervenbedingte), humorale (die Körperflüssigkeiten betreffende) und zirkulatorische (den Blutkreislauf betreffende) Ursachen diskutiert. Osteoklasten (für den Knochenstoffwechsel wichtige abbauende Zellen) spielen eine entscheidende Rolle, da sie in der Lage sind im Knochen ein saures Milieu zu erzeugen. Die genaue Entstehung des Knochenmarködems ist jedoch bisher nicht geklärt. Ebenso ist die genaue Ursache der Wirkung der hyperbaren Sauerstofftherapie beim Knochenmarködem nicht bekannt. Diskutiert wird der bekannte abschwellende (antiödematöse) Effekt, der entzündungsregulierende Effekt und der den Knochenenstoffwechsel regulierende Effekt der HBO.


Notfallindikationen

Die Hyperbare Sauerstofftherapie ist und bleibt in hochakuten Notfällen wie Rauchgasvergiftungen, Luft- und Gasembolien als auch bei schweren Weichteilinfektionen die Therapie der Wahl. 24 Stunden erreichbar für Notärzte, Leitstellen und Rettungsdienst.

Notfallindikationen

Tauchunfall / Druckluftunfall (Dekompressions-Erkrankungen)


Die Dekompressionskrankheit (DCS) entsteht durch symptomatisches Freiwerden von Gasbläschen während oder nach der Dekompression am Ende eines Tauchganges.

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Die Dekompressionskrankheit (DCS) entsteht durch symptomatisches Freiwerden von Gasbläschen während oder nach der Dekompression am Ende eines Tauchganges.


Dabei löst sich der durch den Überdruck in der Tiefe im Gewebe übersättigte Stickstoff und kann so zu einer Vielzahl von Symptomen führen. Dabei zählt bei Berufstauchern und Caissonarbeitern nach neueren Daten die neurologische Manifestation zu den häufigsten Symptomen überhaupt. Ebenfalls sehr häufig sind Schmerzen im Bereich von Gelenken und Extremitäten gefolgt von unspezifischen Symptomen. Seltener sind Symptome im Bereich der Haut, des Innenohrs und des kardiopulmonalen Systems.


Die schwere neurologische Manifestation kann das zentrale Nervensystem mit Gehirn (zentrale Manifestation) und Rückenmark (spinale Manifestation) betreffen, kann sich aber auch im peripheren Nervensystem manifestieren. Bei der zentralen Manifestation können die Symptome je nach betroffener Region sehr vielgestaltig sein. Die spinale Manifestation zeigt sich je nach Schwere u.a. durch Gefühlsstörungen unterhalb der betroffenen Rückenmarkshöhe, Lähmungserscheinungen, Blasen- und Mastdarmstörungen und pathologische Reflexe. Bei der Manifestation im Bereich des peripheren Nervensystems kommt es u.a. zu umschriebenen Lähmungen, Taubheitsgefühl und Schmerzen im Versorgungsgebiet eines oder mehrerer peripherer Nerven.


Kommt es nach einem Tauchgang oder im Rahmen eines Tauchunfalls zu Symptomen, die auf eine Dekompressionskrankheit hinweisen, sollte dem Patienten schnellstmöglich reiner Sauerstoff verabreicht werden und der Rat eines im Bereich der Tauchmedizin erfahrenen Arztes eingeholt werden. Dieser muss je nach Einzelfall zeitnah entscheiden, ob bei dem Patienten eine hyperbare Sauerstofftherapie indiziert ist.


Die HBO erzielt bei der Dekompressionskrankheit ihren Effekt über verschiedene Mechanismen. Zum einen durch die Rekompression, durch welche das Volumen der im Gewebe entstandenen Stickstoffblasen verringert wird. Der Haupteffekt der HBO ist jedoch durch das physikalische Phänomen des sogenannten „Oxygen Window“ zu suchen, das zu einer schnellen Reduktion und letztendlich zu einem Verschwinden der Stickstoffblasen im Gewebe führt.

Notfallindikationen

Kohlenmonoxidvergiftung, Rauchgasvergiftung


Kohlenstoffmonoxid (CO) ist ein farb-, geschmack- und geruchloses Gas, welches durch unvollständige Verbrennung kohlenstoffhaltiger Stoffe entsteht.

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Kohlenstoffmonoxid (CO) ist ein farb-, geschmack- und geruchloses Gas, welches durch unvollständige Verbrennung kohlenstoffhaltiger Stoffe entsteht.


Zu Vergiftungen kommt es z.B. im Rahmen von Hausbränden, durch schlecht eingestellte Brennstoffheizungen oder durch das Einatmen von Auspuffgasen in geschlossenen Räumen.


Die verursachten Symptome unterscheiden sich von Patient zu Patient sehr stark und hängen insbesondere von der Expositionsdauer und der CO-Konzentration ab, welcher der Patient ausgesetzt ist. Das Spektrum an Symptomen reicht von Kopfschmerzen und Müdigkeit über Schwindel und Verwirrtheit bis hin zur Bewusstlosigkeit, sowie Herz- und Hirninfarkten. Im schlimmsten Fall kann eine schwere CO-Intoxikation tödlich verlaufen.


Die schädigende Wirkung entfaltet CO durch drei physiologische Eigenschaften

  • als kompetitiver Sauerstoffantagonist mit einer 200 bis 300 fach höheren Affinität zum Hämoglobin (dem roten Blutfarbstoff)
  • durch Bindung an Myoglobin (wichtiger Sauerstoffträger in der Muskulatur) mit um 30-40 fach höherer Affinität für Muskeln.
  • Durch die Blockade intrazellulärer Enzymsysteme (z.B. Cytochrom 3-Oxydase) mit Störung des Zellstoffwechsels.

Durch den zellulären Sauerstoffmangel und verschiedene durch CO verursachte entzündliche Prozesse kommt es zur Gewebeschädigung.


CO-intoxikierten Patienten sollte schnell reiner Sauerstoff verabreicht werden. Außerdem sollten sie rasch einer genauen kardiologischen und neurologischen Untersuchung unterzogen werden. In schweren Fällen ist eine intensivmedizinische Betreuung obligat.


Durch eine rasch eingeleitete hyperbare Sauerstofftherapie kann der Anteil des im Blutplasma gebundenen Sauerstoffs deutlich erhöht werden. Außerdem wird durch den hohen Sauerstoffpartialdruck nach dem Gesetz der Massenwirkung nicht nur das CO schneller aus seiner Bindung an das Hämoglobin, sondern auch aus seiner Bindung an das Myoglobin eliminiert.


Es konnte gezeigt werden, dass ein rascher Beginn einer hyperbaren Sauerstofftherapie insbesondere die neurologischen Folgeschäden deutlich vermindern kann.

Notfallindikationen

Luft- und Gasembolien



Ursprünglich kommt die hyperbare Sauerstofftherapie aus der Therapie von Tauchern, bei denen sich nach zu rascher Dekompression (Auftauchen) Stickstoffblasen im Gewebe und im Blut gebildet hatten.

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Ursprünglich kommt die hyperbare Sauerstofftherapie aus der Therapie von Tauchern, bei denen sich nach zu rascher Dekompression (Auftauchen) Stickstoffblasen im Gewebe und im Blut gebildet hatten. Durch die stetige Fortentwicklung der medizinischen Wissenschaft, insbesondere im Bereich der interventionellen Verfahren, kommt es heutzutage vermehrt zum akzidentiellen Auftreten von Luftblasen im Blut und im Gewebe nach medizinischen Eingriffen.


Dies führt zu einer Minderversorgung mit Sauerstoff des Gewebes hinter den Gasblasen, da diese eine Passage des Sauerstoff transportierenden Blutes zum Gewebe verhindern. Häufig kommt es bei der arteriellen Gasembolie zu neurologischen Schäden, da sich die Gasblasen vielfach in das empfindliche Hirngewebe absetzten.


In diesem Fall müssen die Patienten sofort einer hyperbaren Sauerstofftherapie zugeführt werden. Unter der HBO kommt es zu einem schnellen Schrumpfen der Gasblasen im Gewebe, da durch das erhöhte Sauerstoffangebot Stickstoff, der sich in den Gasblasen befindet, schneller zurück in das Blut diffundieren und abgeatmet werden kann. Zusätzlich bewirkt die Kompression eine Verkleinerung des Volumens der Gasblasen.


Es konnte in vielen wissenschaftlichen Studien gezeigt werden, dass bei einer arteriellen Gasembolie unter rasch eingeleiteter hyperbarer Sauerstofftherapie deutlich seltener schweren Neurologischen Schäden auftreten.

Notfallindikationen

Gasbrand und andere nekrotisierende Weichteilinfektionen


Der Gasbrand ist eine lebensbedrohliche Weichteilinfektion mit Bakterien aus der Gruppe der Clostridien (meist Clostridium perfringens).

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Der Gasbrand ist eine lebensbedrohliche Weichteilinfektion mit Bakterien aus der Gruppe der Clostridien (meist Clostridium perfringens).


Neben der Haut und der Muskulatur können auch die Lunge, der Darm oder andere Körpersysteme betroffen sein. Clostridien sind strikte Anaerobier, kommen ubiquitär vor und können Sporen bilden, die auch unter extremen Bedingungen überleben können.


Gasbrandkeime bilden mindestens zwölf Toxine, die als Enzyme wirken, Gewebe abbauen und in den betroffenen Muskeln zu Nekrosen (Zellsterben) führen.


Erfolgt binnen Stunden keine Therapie, ist insbesondere die Sterblichkeit bei der Wundinfektion, der „Clostridien-Myonekrose“, sehr hoch. Die Behandlung umfasst neben einer antibiotischen Behandlung eine chirurgische Ausräumung des Wundherdes. Zusätzlich sollte der Patient noch mit hyperbarem Sauerstoff behandelt werden, um eine weitere Ausbreitung des strikt anaeroben Keims zu verhindern.

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Neue Forschungs- und Therapieansätze

Neben neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen, gewinnt in der modernen Medizin die individualisierte und patientenorientierte Therapie zunehmend an Bedeutung. Aktuellste Ergebnisse sind vielversprechend.

Neue Therapie Ansätze

Postkontusionelles Syndrom



Traumatische Gehirnverletzungen (Schädel-Hirn-Traumata, Abk. SHT) z.B. durch Verkehrsunfällen, durch Haushaltsunfällen oder durch Sportunfällen, sind ein häufiger Grund für chronische Beschwerden und erhebliche Einschränkungen im Alltag.

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Traumatische Gehirnverletzungen (Schädel-Hirn-Traumata, Abk. SHT) z.B. durch Verkehrsunfällen, durch Haushaltsunfällen oder durch Sportunfällen, sind ein häufiger Grund für chronische Beschwerden und erhebliche Einschränkungen im Alltag. Sie können zu einer deutlichen Minderung der Lebensqualität führen. In den USA gehören Schädel-Hirn-Traumata zu den häufigsten Todes- und Krankheitsursachen (Morbidität) überhaupt.


Insbesondere wenn es durch das Trauma zu einem Bewusstseinsverlust kommt, aber auch schon nach relativ leichten SHT (ohne Bewusstseinsverlust) kann es nach dem abklingen der akuten Folgen zu lang anhaltenden Beschwerden kommen. Diese bestehen aus einer Reihe verschiedenartiger Symptome, wie Kopfschmerz, Schwindel, Erschöpfung, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen und verminderter Belastungsfähigkeit für Stress, emotionale Reize oder Alkohol (ICD-10 F07.2). Weitere beschriebene Symptome sind Änderungen im Affekt (Ängstlichkeit oder Depression), Persönlichkeitsveränderungen und Teilnahmslosigkeit (DSM-IV Kriterien).


In einer Tierstudie konnte gezeigt werden, dass sich eine HBO-Therapie positiv auf das Lernen bei Ratten nach Hirntrauma auswirkt. Jedoch auch bei Menschen konnte gezeigt werden, dass sich die HBO-Therapie nach SHT und bei postkontusionellem Syndrom positiv auf die Kognition und auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirkt und zu einer Minderung der Symptome sowie zu einer Steigerung des Hirnstoffwechsel führt (bildgeberisch dargestellten).

Neue Therapie Ansätze

Complex regional pain syndrome (Morbus Sudeck) / CRPS


Morbus Sudeck oder auch Komplexes Regionales Schmerzsyndrom (engl. Complex regional pain syndrome, CRPS) ist ein chronisches, über Jahre verlaufendes Krankheitsbild, mit stärkster Beeinträchtigung der Patienten im alltäglichem Leben.

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Morbus Sudeck oder auch Komplexes Regionales Schmerzsyndrom (engl. Complex regional pain syndrome, CRPS) ist ein chronisches, über Jahre verlaufendes Krankheitsbild, mit stärkster Beeinträchtigung der Patienten im alltäglichem Leben. Bei Morbus Sudeck handelt es sich um ein Krankheitsbild, bei dem es nach einer Verletzung zu wiederkehrenden Schmerzen im Bereich der Wunde kommt. Zudem können Körperwahrnehmung, Beweglichkeit und andere Körperfunktionen gestört sein.


Betroffene haben nach einem Unfall an Armen oder Beinen länger und intensiver Schmerzen als gewöhnlich, obwohl die Verletzung behandelt wurde.

Neue Therapie Ansätze

Long COVID/ Post COVID - Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung.


Mit zunehmender Dauer der Pandemie zeichnet sich immer deutlicher ab, dass eine COVID-19-Infektion nicht nur bei schweren sondern auch bei milden und zunächst unbemerkten Krankheitsverläufen längerfristige gesundheitliche Folgen haben kann. Mitunter leiden Betroffene noch lange nach der überstandenen Erkrankung unter verschiedenen Symptomen.

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Mit zunehmender Dauer der Pandemie zeichnet sich immer deutlicher ab, dass eine COVID-19-Infektion nicht nur bei schweren sondern auch bei milden und zunächst unbemerkten Krankheitsverläufen längerfristige gesundheitliche Folgen haben kann. Mitunter leiden Betroffene noch lange nach der überstandenen Erkrankung unter verschiedenen Symptomen.


Das Coronavirus gilt mittlerweile als Multiorganvirus, was sich in den unterschiedlichen Symptomen und vielfältigen Beeinträchtigungen der Gesundheit nach der akuten Krankheitsphase widerspiegelt. Den aktuellen Leitlinien folgend werden die langfristigen Beschwerden in "Long COVID" (mehr als vier Wochen nach Infektion oder Erkrankung fortbestehende Symptome) oder "Post-COVID-19-Syndrom" (jenseits von zwölf Wochen noch bestehende Symptome oder Gesundheitsstörungen) eingeteilt. 


Aktuellen, repräsentativen Daten folgend entwickeln bis zu zehn Prozent aller Erkrankten unspezifische Langzeitfolgen. Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Depressionen und Luftnot sind nur einige wenige zu nennende Symptome aus einer Vielzahl bekannter Folgeerscheinungen. Eine Herausforderung für das gesamte Gesundheitssystem und jeden einzelnen Betroffenen. Nach anfänglichen Überlegungen, bei schwer erkrankten COVID-Patienten mit Sauerstoffmangel die HBO-Therapie in der Akutphase anzuwenden, wurden zunächst Einzelfälle und im Verlauf eine Vielzahl von Fällen bekannt, bei denen die Behandlung mit hyperbarer Sauerstofftherapie überraschend erfolgreich und mit erstaunlich positiven Ergebnissen eingesetzt wurde. Erste kleinere Studien konnten bereits die sichere Durchführung der HBO-Therapie und frühe Behandlungserfolge zeigen. Eine Vielzahl von wissenschaftlich aufgearbeiteten Einzelfall-Berichten stützen die sich mehrenden Hinweise, dass die Hyperbare Sauerstofftherapie ein vielversprechender Therapieansatz in der Behandlung von Long-COVID werden kann.


Hyperbarere Sauerstoff sorgt in dem Gewebe für hohe Sauerstoffkonzentrationen und darüber hinaus für ein relatives Sauerstoffgefälle, was eine Vielzahl an weiteren Prozessen im menschlichen Körper anstößt. Neben bekannten anti-entzündlichen und immunmodulierenden Effekten der HBO-Therapie wird vor allem das bei COVID-19 zu beobachtende überschießende körpereigene Immunsystem immer wieder als möglicher Ansatzpunkt postuliert, ohne dabei eine Immunschwäche hervorzurufen.


Diverse großangelegte, prospektive Studien über die Behandlung von Langzeit-Folgen einer COVID-Erkrankung, basierend auf den ersten vielversprechenden Ergebnissen, sind bereits in Planung oder bereits in der ersten Studienphase. Weitere Studien und wissenschaftliche Bewertungen sind notwendig, um in Zukunft belastbare Aussagen über Risiken, Patientenauswahl, Behandlungsabläufe und mögliche Therapie-Erfolge treffen zu können.

 


Erkrankungen des Auges

Mit offenen Augen durch die Welt gehen - wie wertvoll und kaum verzichtbar unsere Sehkraft ist, merken wir häufig erst dann, wenn das gewohnte Sehen plötzlich nicht mehr selbstverständlich wird - Umso wichtiger, schnell und mit allen verfügbaren Mitteln das Augenlicht zu erhalten. In Zusammenarbeit mit Augenkliniken können wir hier in ausgewählten Fällen helfen.

Erkrankungen des Auges

Anteriore ischämische Optikusneuropathie (Zentralarterienverschluss des Auges)


Das „Sehen“ im menschlichen Auge findet durch die sog. Retina statt, die zentral von der Arteria centralis retinae und in der Peripherie von den Arteriae ciliares mit Blut versorg wird. Wird der Blutstrom durch eines dieser Gefäße, insbesondere durch die Arteria centralis retinae beeinträchtigt, geht dies in den meisten Fällen mit einem Sehverlust einher, der einen andauernden Verlust des Augenlichts bedeutet.

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Das „Sehen“ im menschlichen Auge findet durch die sog. Retina statt, die zentral von der Arteria centralis retinae und in der Peripherie von den Arteriae ciliares mit Blut versorg wird. Wird der Blutstrom durch eines dieser Gefäße, insbesondere durch die Arteria centralis retinae beeinträchtigt, geht dies in den meisten Fällen mit einem Sehverlust einher, der einen andauernden Verlust des Augenlichts bedeutet.


Durch eine hyperbare Sauerstofftherapie können die Sinneszellen bei raschem Therapiebeginn jedoch häufig am Leben erhalten werden, sodass es bei der meist nach ca. 72h einsetztenden Rekanalisation nicht schon zum irreversiblen Absterben der Zellen gekommen ist.


Die Wirkung der HBO konnte in einer Reihe von Fallstudien gezeigt werden.


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