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  • Zentrum für hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) und Tauchmedizin

Geschichte der Druckkammermedizin und des HBO Zentrum Aachen

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alte Druckkammeranlage Eilfschornsteinstraße Aachen

alte Druckkammeranlage Eilfschornsteinstraße Aachen

m zeitlichen Zusammenhang mit der Ölkrise und dem steigenden Stellenwert der Offshore-Ölförderungen in der Nordsee war der technische Bereich der Tauch- und Überdruckmedizin bereits sehr früh in Aachen vertreten.
Am ehemaligen Institut für Schiffsbaukunde wurden in Aachen in der Eilfschornsteinstraße Arbeiten unter Überdruck in einer von der Firma Dräger gebauten Druckkammeranlage durchgeführt. Hier wurden vor allem Schweißtechniken unter hohen Umgebungsdrucken und im Wasser erprobt. Die Anlage mit vier Einzelkammern war für Tauchtiefen bis zu 1000 Metern ausgelegt und aus Praktikabilitätsgründen vor die dritte Etage des Gebäudes gestellt worden. Sie wurde 2013 abgebaut.

 

Weitere Spezialdruckkammern entstanden bei den Helmholtz- Zentren, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR in Köln-Porz (Tieftauchanlage Titan) zur Erforschung der Tieftauchproblematiken am Menschen und zur Materialprüfung am Geesthachter Unterwassersimulator (German Underwater Simulator GUSI) der GKSS (Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schifffahrt) in der Nähe von Hamburg.

 

Der medizinische Bereich des Fachgebietes wurde von Dr. Siekmann ab 1995 in Lehre, Forschung und klinischer Anwendung aufgebaut. Als Angehöriger der Bundesmarine waren ihm die hervorragenden klinischen Ergebnisse einer gut durchgeführten Sauerstofftherapie in der Druckkammer geläufig und durch enge Kooperation mit dem Schifffahrtmedizinischen Institut der Bundesmarine in Kiel- Kronshagen auch die wissenschaftlichen Fragestellungen des Arbeitens unter Druck bekannt. Als Anästhesist interessierten ihn vor allem klinische Fragestellungen aus dem Bereich der Physiologie, die unter den Bedingungen des Überdrucks lösbar erschienen.

 

So wurde bereits im Wintersemester 1995/1996 das erste Seminar Tauch- und Überdruckmedizin in der Klinik für Anästhesie durchgeführt, dass sich mittlerweile nicht nur zum Wahlpflichtfach der technischen Fakultät, sondern auch zum Wahlpflichtfach der neuen Approbationsordnung und zum Prototyp eines Seminars im fachübergreifenden Modellstudiengang Medizin in Aachen entwickelt hat. Damit ist das  Fach Tauch- und Überdruckmedizin an dem Universitätsklinikum der RWTH Aachen in diesem Umfang länger vertreten als an jeder anderen deutschen Universität.

 

Nach der Ausgründung eines klinischen Druckkammerzentrums aus der Universitätsklinik der RWTH (HBO-Zentrum Euregio Aachen) ergab sich die Möglichkeit, im Rahmen von Patientenbehandlungen, Anwendungsbeobachtungen und Studien auch klinische Erfahrungen zu sammeln. So wurden bereits bis zum Jahr 2005 mehr als 3500 Therapien für die Universitätsklinik Aachen und die Universitäten in Maastricht, Nijmegen und Amsterdam durchgeführt.

 

Neben klinischen Fragestellungen wie der Therapie von Zentralvenenverschlüssen der Retina mit hyperbarem Sauerstoff (Klinik für Augenheilkunde) arbeiten einzelne Forschungsgruppen an Zellkulturen auf den Gebieten der Osteoblastenaktivität (Kliniken für Unfallchirurgie und Orthopädie) sowie bei der Fragestellung der Inertgasnarkose von Xenon an isolierten Herzmuskelzellen (Klinik für Anästhesie). Hierfür stehen zwei Experimentaldruckkammern zur Verfügung.

 

Mittlerweile sind in Aachen im Kompetenzzentrum Tauchen im Umfeld der Klinik für Anästhesiologie fast alle Spezialgebiete, seien sie ingenieurwissenschaftlich oder medizinisch, in entsprechenden Arbeitskreisen fundiert vertreten. So stellen die Kooperationspartner staatlich vereidigte Sachverständige für Tauchgeräte, das technische Tauchen, Tauchen mit Kreislaufgeräten, ebenso wie zugelassene Arbeitsmediziner für die Berufstaucherei und Taucherärzte für die Tauchunfall-Hotline des Verbandes Deutscher Sporttaucher VDST; gleichzeitig wird die Notfallversorgung von Polizei und THW bei Taucheinsätzen in NRW abgesichert.
Die Ausbildung zum Tauch- und Überdruckmediziner nach den Richtlinien der GTÜM findet durch Mitarbeiter des HBO Zentrums Aachen statt.






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