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Was ist ein Tauchunfall?

Behandlung eines verunfallten Tauchers im Flachwasser mittels künstlicher Beatmung

Behandlung eines verunfallten Tauchers im Flachwasser mittels künstlicher Beatmung

Trotz aller Kenntnis über physiologische Vorgänge beim Tauchen und trotz ständiger Fortentwicklung und Verbesserung der Technik, taucht der Mensch unter Wasser in ein für ihn fremdes Milieu ein. Dies trägt sicher maßgeblich zur besonderen Faszination des Tauchsports bei, birgt aber auch gewisse Gefahren, die durch gute Vorbereitung zwar minimiert, jedoch nie ganz ausgeschlossen werden können.

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Sie eventuell einen Tauchunfall erlitten haben könnten finden Sie auf dieser Seite wichtige Informationen. Diese sollten den Besuch eines im Bereich der Tauchmedizin erfahrenen Arztes jedoch nicht ersetzten.

Habe ich einen Tauchunfall erlitten?

Da die körperlichen Voraussetzungen eines jeden Menschen sehr unterschiedlich sind und sich täglich ändern, kann selbst durch das Tauchen nach modernen Tauchtabellen und Computern, die im Allgemeinen als sehr sicher anzusehen sind, ein Tauchunfall nicht mit letzter Sicherheit verhindert werden. Hinzu kommt, dass durch unvorhergesehene Situationen und menschliches Fehlverhalten weitere Gefahrensituationen geschaffen werden können. Ob ein Tauchgang zu einer körperlichen Beeinträchtigung geführt hat kann dann nicht immer sofort gesagt werden, da Symptome auch erst Tage nach einem Tauchgang auftreten können. Aufmerksamkeit ist neben dem Auftreten typischer Symptome geboten, wenn sich der Taucher nach dem Tauchgang in besonderem, ungewohnten Maße müde und erschöpft fühlt. Dies gilt vor allem wenn es sich bei dem fraglichen Tauchgang um einen Wiederholungstauchgang, einen Tauchgang mit besonders langer Grundzeit und erreichen der Deko-Pflichtigkeit oder um einen Tauchgang in besonders große Tiefe handelte.

Symptome, die zu einer sofortigen Vorstellung in einer Druckkammer mit erfahrenem Taucherarzt führen sollten sind:

  • Hautflecken und –veränderungen
  • Schmerzen
  • Ameisenlaufen
  • Körperliche Schwäche
  • Taubheitsgefühl
  • Lähmungen
  • Atembeschwerden
  • Seh-, Hör-, Sprachstörungen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Eingeschränktes Bewusstsein

Wie häufig sind Tauchunfälle?

Da es kein international einheitlich geführtes Tauchunfallregister gibt, lassen sich Zahlen zu Tauchunfällen nur abschätzen, öffentliche Zahlen aus dem Berufs- und militärischen Tauchen sind quasi überhaupt nicht einsehbar. Die validesten Aussagen im Bereich des Sporttauchens sind sicher aus der gegenwärtig größten erhältlichen Unfallstatistik von Divers Alert Network (DAN) zu machen. Hier sprechen die Zahlen für eine Rate von ca. 4 Fällen eines Dekompressionsunfalls (d.h. Dekompressionskrankheit und/oder arterielle Gasembolie) pro 10.000 Tauchgängen. Nach den Zahlen von DAN endet einer von 40.000 Tauchgängen tödlich. Statistisch gesehen wird demnach einer von 7.000 Tauchern an einem tödlichen Tauchunfall versterben. Somit ist der gefürchtete tödliche Tauchunfall im Sporttauchen zwar selten, tritt aber deutlich häufiger auf als bei anderen unfallträchtigen Sportarten wie dem Ski- oder Radfahren ein.

Was sind Risikofaktoren die zu einem Tauchunfall führen können?

Faktoren, die mit einem gehäuften Auftreten von schweren Dekompressionskrankheiten assoziiert sind, sind insbesondere die Tauchgangstiefe und –anzahl (Wiederholungstauchgänge). Dies gilt auch, wenn die Dekompressionsvorschriften eingehalten werden. Weitere wichtige Faktoren die zum Auftreten einer Dekompressionskrankheit führen, sind mangelnde Praxis vor dem Unfalltauchgang, schneller Aufstieg, starke körperliche Anstrengung, Kälte, fehlerhafte Dekompression und eine Fehleinschätzung der Atemgasreserven.

Im Vergleich zu Dekompressionsunfällen ohne tödlichen Ausgang fällt auf, dass das Durchschnittsalter tödlich verunfallter Taucher um fast 10 Jahre höher ist. In der Hälfte der tödlichen Tauchunfälle sind vorbestehende medizinische Probleme wie Bluthochdruck, Diabetes, Asthma und schlafbezogene Atemstörungen vorbekannt. In weniger als einem Drittel der Fälle mit Todesfolge sind die verunglückten Taucher normgewichtig.

Was tun bei einem Tauchunfall?

Bei milden Symptomen (auffällige Müdigkeit, Hautjucken „Taucherflöhe“):

  • 100% Sauerstoffatmung (unabhängig von dem beim Tauchen verwendeten Atemgas)
  • Trinken lassen, 0,5-1 Liter/Stunde (keine alkohol- oder koffeinhaltigen Getränke)
  • Sowohl vor Auskühlung als auch vor Überhitzung schützen
  • Orientierende klinische und neurologische Untersuchung
  • Keine nasse Rekompression (nicht wieder abtauchen)
  • Wenn symptomfrei innerhalb 30 Minuten: 100% Sauerstoffatmung fortführen, Taucherarzt verständigen und Rat einholen, 24 Stunden beobachten
  • Wenn noch Symptome nach 30 Minuten: wie schwere Symptome behandeln…

Im Notfall erreichen Sie uns unter:

+49-(0)241/84044

Weitere Maßnahmen:

  • Bei Erfahrung Orientierende klinische und neurologische Untersuchungen
  • Sowohl vor Auskühlung als auch vor Überhitzung schützen. Bei Unterkühlung keine aktive Wiedererwärmung
  • Keine nasse Rekompression (nicht wieder abtauchen)
  • Tauchpartner in die Beobachtung mit einbeziehen.
  • Gerätesicherstellung (zum Beispiel Dekompressions-Computer).

 


Bei Auftreten von Symptomen noch unter Wasser oder anderen, schweren Symptomen wie:

  • Hautflecken und –veränderungen
  • Schmerzen
  • Ameisenlaufen
  • Körperliche Schwäche
  • Taubheitsgefühl
  • Lähmungen
  • Atembeschwerden
  • Seh-, Hör-, Sprachstörungen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Eingeschränktes Bewusstsein, Bewusstlosigkeit

 


Vorgehen wie folgt:

  • Rettungsleitstelle alarmieren, „Verdacht auf Tauchunfall“ angeben
  • Bei Bewusstlosigkeit Seitenlage, sonst Rückenlagerung
  • 100% Sauerstoffatmung (schnellstmöglicher Beginn, unabhängig von dem beim Tauchen verwendeten Atemgas)
    • Bei Eigenatmung über Maske /Atemregler (Demand-Ventil oder Kreislauf-System mit CO2-Absorber), wenn nicht verfügbar: Konstantdosierung (15-25 Liter/Minute mit Reservoir und Rückschlagventil)
    • Unzureichende Eigenatmung: Beatmung mit 100% O2 (Beatmungsbeutel mit Reservoir und Konstantdosierung (15-25 Liter/Minute) oder Demand-Ventil oder Kreissystem mit CO2-Absorber.
  • Sauerstoffatmung ohne Pause bis Erreichen der Druckkammer. Auch bei begrenztem Vorrat immer höchst mögliche O2-Konzentration, kein Air-Mix oder Konstant Dosierung unter 15 Liter/Minute.
  • Flüssigkeit:
    • Bewusstseinsklare Taucher 0,5-1 Liter Flüssigkeit/Stunde trinken lassen (keine alkohol- oder koffeinhaltigen Getränke)
    • Eingetrübte Taucher nicht trinken lassen.

Notfall:

24 Stunden erreichbar:
+49-(0)241/84044





Kontaktdaten

Zentrum für Sauerstoff-Überdrucktherapie und Tauchmedizin

Broschüre

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