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  • Zentrum für hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) und Tauchmedizin

Nebenwirkung und Gegenanzeigen der Hyperbarmedizin

Die hyperbarmedizinische Behandlung kann Nebenwirkungen haben. Dabei ist es uns äußerst wichtig, Sie möglichst gut über mögliche Nebenwirkungen und deren Vermeidung zu informieren.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die wenigen Nebenwirkungen vor und geben Hinweise über Maßnahmen, die wir als Mediziner und Sie als Betroffene / Betroffener dagegen tun können. So können Sie informierter in das Gespräch mit unseren Ärzten hineingehen. Grundsätzlich ist die hyperbare Sauerstofftherapie bei der Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen und durch die ausführliche Voruntersuchung und permanente Überwachung ein komplikationsarmes Verfahren.

Nebenwirkungen

Die meisten der in der Folge genannten Nebenwirkungen und Komplikationen treten nur sehr selten auf, sind nur vorübergehend und können durch die gewissenhafte Angabe Ihrer Vorerkrankungen und das Einhalten von Verhaltensweisen (z.B. Druckausgleich) nahezu vollständig vermieden werden.

Schwere oder bleibende Nebenwirkungen sind äußerst selten. Patienten mit erhöhtem Risiko können von der Behandlung ausgeschlossen werden.

Bei Problemen mit dem Druckausgleich (während des Ansteigens und Abfallens des Umgebungsdruckes) können geschlossene, luftgefüllte Körperhohlräume und angrenzende Strukturen durch die Druckunterschiede geschädigt werden (Barotrauma). So könnten z.B. das Trommelfell Schaden nehmen oder Schmerzen in den Nasennebenhöhlen auftreten. Das Risiko eines Lungenrisses ist äußerst gering und wird durch die vorherige körperliche Untersuchung (Druckkammertauglichkeit) nahezu vollständig vermieden. Patienten mit Bronchitis, Asthma oder Lungenemphysem haben ein erhöhtes Risiko für Lungenkomplikationen und sollten dies vor der Behandlung mitteilen.

Es besteht die Möglichkeit einer passageren Sauerstoffüberempfindlichkeit des Gehirns (Sauerstoffkrampf, Gefühlsstörungen). Diese ist immer reversibel und ohne Folgen. Im Allgemeinen wird durch eine intermittierende Applikation des Sauerstoffes der Sauerstoffüberempfindlichkeit vorgebeugt. So lässt sich die Häufigkeit für eine zerebrale Sauerstoff-Intoxikation auf unter 1:10.000 senken.

Eine vorübergehende Beeinträchtigung des Sehvermögens (z.B. Kurzsichtigkeit / Weitsichtigkeit / Linsentrübung) ist nach einer langen Behandlungsreihe möglich und bedarf auf Grund des sich innerhalb weniger Wochen selbst limitierenden Verlaufes keiner weiteren Behandlung.

Wechselwirkungen

Die Wirkung einer gleichzeitig durchgeführten Antibiotika- Behandlung, einer Bestrahlungsbehandlung oder einer Chemotherapie kann durch die hyperbare Sauerstofftherapie verstärkt werden. Vorerkrankungen und parallel ablaufende Behandlungen sollten dem Druckkammerarzt während des Erstgespräches mitgeteilt werden.

Abnehmbare Hilfsmittel (z. B. Hörgerät) sollten vorher entfernt werden oder können nur mit Zustimmung des Druckkammerarztes bei der Behandlung getragen werden. Nicht abnehmbare Hilfsmittel (z. B. Herzschrittmacher, Medikamentenpumpen) bedürfen in aller Regel einer vorherigen besonderen Überprüfung. Brust- oder Hodenprothesen sollten dem Druckkammerarzt berichtet werden, stellen jedoch in der Regel keine Kontraindikation dar.

Um einer Unterzuckerung vorzubeugen, sollten Sie vor der Behandlung eine leichte Mahlzeit zu sich genommen haben oder lassen Sie sich von unserem Begleitpersonal etwas anreichen.

Auf Grund von möglichen neurologischen Komplikationen ist der Genuss von Alkohol vor der Behandlung auszuschliessen.

Gegenanzeigen / Kontraindikationen

Für alle Indikationen wird zwischen absoluten und relativen Kontraindikationen für eine HBO-Behandlungen unterschieden.

Absolute Kontraindikationen sind ein unbehandelter Pneumothorax sowie bestimmte Chemotherapien (Bleomycin, Cisplatin, Doxorubicin).

Relative Kontraindikationen sind u.a. eine bestehende Schwangerschaft, Epilepsie, eine stärkere Klaustrophobie, ein akuter Infekt (vor allem der oberen Atemwege), chronische Nebenhöhlenentzündungen oder unkontrollierbar hohes Fieber.

 Den Leitlinien der GTÜM, der EUBS als auch der UHMS nach existieren für Notfallbehandlungen keine Kontraindikationen für eine Druckkammerbehandlung.






Kontaktdaten

Zentrum für Sauerstoff-Überdrucktherapie und Tauchmedizin